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Freitag 21. Dezember 2001, 14:31 Uhr «Salut Gilbert Bécaud» - Viel Trauer um «Monsieur 100 000 Volt»
Paris (dpa) - Mit einer schlichten Trauerfeier für «Monsieur 100 000 Volt» haben
Prominente, Verwandte und Hunderte von Fans in Paris von Gilbert Bécaud Abschied genommen. Nana Mouskouri war gekommen, auch Bécauds bleich-trauriger Chanson-Kollege Charles Aznavour (77) und der Sänger Enrico
Macias. Der am Dienstag im Alter von 74 Jahren auf seinem Hausboot gestorbene französische Chansonnier war für die Zeremonie in einem hellen Sarg in der Madeleine-Kirche aufgebahrt worden.
Überwiegend ältere Freunde der Musik des auch in den USA und Russland bekannten
Komponisten und Sängers («Nathalie», «Am Tag, als der Regen kam») nahmen in der neo-griechischen Kirche Platz, darunter die französische Kulturministerin Catherine Tasca.
Den «unbändigen Glauben» des südfranzösischen Chansonniers würdigte der Madeleine-Pfarrer
Bernard Mollat du Jourdin in seiner Ansprache an die Trauergemeinde: «Gilbert Bécauds Optimismus, seine Begeisterungsfähigkeit und seine Lebensfreude.» Dem als liebenswert bekannten Chansonnier und Menschenfreund
rief er ein «Adieu» nach.
Ein Berg von Kränzen lagen auf die Eingangsstufenstufen der Kirche im Herzen von Paris. In
der Madeleine war bereits um so prominente Sänger wie Dalida und Charles Trenet getrauert worden. Um die Kirche herum herrschte während der Zeremonie eine feierliche Stille - der Platz war für den ansonsten in der
Weltstadt Paris so störend lauten Verkehr abgeriegelt worden. Lediglich das leise Klicken der Kameras der Schaulustigen und der zahlreichen Profi-Fotografen war zu hören.
Auch die unweit der Madeleine gelegene Music-Hall «Olympia», wo Bécaud seinen Durchbruch
als Sänger hatte und 30 Mal auftrat, erwies dem an Lungenkrebs gestorbenen Künstler mit der Neonschrift «Salut Gilbert Bécaud» die letzte Ehre. Als der Sarg das «Olympia» an dem Boulevard des Capucines passierte,
bremste der Leichenwagen-Fahrer ehrfürchtig ein wenig ab. Dutzende von Bécaud-Fans hatten dort trotz des grauen Wetters in bitterer Kälte ausgeharrt, um Bécaud doch noch einmal zu feiern - er trat hier zuletzt am
30. November 1999 auf.
Im engsten Familienkreis wurde «Monsieur 100 000 Volt» dann auf dem historischen
Prominenten-Friedhof Père Lachaise im Pariser Osten beigesetzt - in der 45. Division unweit der großen Sarah Bernhardt. Seine zweite Ehefrau, die Amerikanerin Kitty Saint-John, und seine sechs Kinder betteten den
einstmals so dynamischen Chansonnier und Weltmann dort zur letzten Ruhe.
Auf dem Prominenten-Friedhof liegen neben anderen Yves Montand,
Edith Piaf und der in Paris gestorbene Sänger der legendären US-Rockgruppe «The Doors», Jim Morrison. Edith Piaf hatte Bécaud zum Durchbruch verholfen. Er schrieb 400 Chansons in einer Bühnen-Karriere, die nahezu
ein halbes Jahrhundert dauerte.
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